Katharina Grosse – Wunderbild in Prag

„Mose streckte seine Hand über das Meer aus und der Herr trieb die ganze Nacht das Meer durch einen starken Ostwind fort. Er ließ das Meer austrocknen und das Wasser spaltete sich. Die Israeliten zogen auf trockenem Boden ins Meer hinein, während rechts und links von ihnen das Wasser wie eine Mauer stand.“ – Ex 14, Vers 21-22

Ihr fragt euch jetzt sicher, warum ich diesen Beitrag mit einem Bibelzitat beginne. Nachdem ich mittlerweile etliche Fotos der Installation von Katharina Grosse in der Nationalgalerie im Prag gesehen habe, hatte ich heute endlich die Möglichkeit die Ausstellung selbst zu besuchen. Und man MUSS sie wirklich live gesehen haben um überhaupt ein Gefühl von der Größendimension dieses Werkes bekommen zu können. Deswegen habe ich mir erlaubt dieses Zitat aus der Bibel voranzustellen – nicht falsch verstehen, das Werk hat keinen religiösen Hintergrund – die Leinwände, die links und rechts der Halle an der Wand hängen, geben mir das Gefühl zwischen zwei riesigen Wellen aus Farbe zu stehen, jederzeit bereit über mich hereinzubrechen. Als hätte die Künstlerin für uns, wie Moses, einen See aus Farbe geteilt damit wir zwischen den meterhohen Farbwellen bzw. Farbwänden hindurchschreiten können. Die Installation ist so gewaltig groß, dass ein einzelner Besucher daneben so klein wie eine Ameise wirkt.

Katharina Grosse – Wunderbild

Das Werk Wunderbild wurde eigens für den Trade Fair Palace in der Nationalgalerie in Prag angefertigt und nimmt dabei Bezug auf den Raum für den es kreiert wurde. Die Leinwände sind unweigerlich mit der Architektur des Raumes verbunden, so schafft es Grosse die Grenzen zwischen Malerei auf einer Leinwand und der Architektur aufzusprengen. Die flachen Tücher die großflächig mit industrieller Farbe besprüht sind werden zu einer Skulptur, die uns unweigerlich mit Körper und Geist in ihren Bann zieht.

Katharina Grosse wurde 1961 in Freiburg geboren und lebt und arbeitet heute in Berlin.

Die Ausstellung ist noch bis 06.01.2019 zu besichtigen, wer also demnächst noch nach Prag kommt, der sollte sich diese Ausstellung keines Falls entgehen lassen!

 

 

 

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