Monet in Paris, Giverny und Wien

Ich hatte wieder die Ehre in die Albertina eingeladen zu werden um mir im Rahmen der Social Conference die neue Monet-Ausstellung anzusehen. Der Direktor Klaus Albrecht Schröder hat uns dabei persönlich durch die Ausstellung geführt und uns einen sehr interessanten Einblick in das Schaffen Monets vermittelt.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich euch auch gleich von meinem Sommerurlaub erzählen. Ich war nämlich 3 Wochen in Frankreich unterwegs und habe dabei auch Monets Garten in Giverny besucht, sowie die großformatigen Wasserlilien-Gemälde in der Orangerie in Paris.

Claude Monet, Impression soleil levant, 1872

Claude Monet gilt als der Begründer des Impressionismus. „Impressionismus“ was ist das eigentlich für ein Wort? Tja eigentlich ist es ein „Schimpfwort“ mit dem sich die damaligen Zeitgenossen über die Impressionisten lustig gemacht haben, denn sie konnte nichts anfangen mit diesen wilden Farbtupfen die sich erst aus ein paar Metern Entfernung zu einem Bild verbanden. Abgeleitet wird es von Monets ersten richtig impressionistischen Bild mit dem Titel „Impression, soleil levant“ von 1872.

Deswegen gründeten die Impressionisten den „Salon des indépandantes“, also den „Salon der Unabhängigen“, denn im angesehen Pariser Salon, eine regelmäßige Kunstausstellung, wollte man sie nicht. Dort bevorzugte man Historienbilder mit Darstellungen von Schlachten, Geschichte und mythologischen Themen.

Wie kam es überhaupt zur Entstehung dieser neuen Kunstgattung? Nun, ausschlaggebend war die Erfindung der Farbtube, die es den Künstlern erstmals ermöglichte ihr Atelier zu verlassen, die Farbe mitzunehmen und an der freien Natur zu malen. „En plein air“.

Wie bereits erwähnt fand diese neue Kunst in Frankreich nur wenig Anklang, niemand wollte diese Bilder haben. So kam es dazu, dass Monet bis ins Alter von fast 50 Jahren in Armut lebte und auf die Unterstützung von wohlhabenderen Freunden, die ihm Farben schenkten damit er überhaupt malen konnte, angewiesen war. Er hatte teilweise nicht einmal genügend Geld um seine Lebensmittel zu bezahlen. Kaum zu glauben bei diesen Bilder die heute mehrere Millionen Euro wert sind.

Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina

Aber Monet malte trotzdem, denn wie Klaus Schröder es formulierte er MUSSTE malen. Es gibt Künstler die können malen und andere die müssen malen. Und die, die malen müssen, das sind dann meistens die Genies.

Monet wurde also erst im Alter von 50 Jahren wirklich erfolgreich. Dieser Umstand ist seinem Galeristen zu verdanken, der die Bilder in Frankreich einfach nicht los wurde und beschloss in Amerika damit sein Glück zu versuchen. Und siehe da, dort schlug Impressionismus ein wie eine Bombe. Monets Werke verkauften sich wie die warmen Semmeln und endlich erlangte er den Ruhm den er schon immer verdient hatte.

Ein witziges Detail am Rande: die goldenen Rahmen die heute die Werke in der Ausstellung zieren haben wir den Amerikanern zu „verdanken“. Ursprünglich lehnte die Impressionisten nämlich diese prunkvollen goldenen Rahmen ab, und rahmten ihre Werke in schlichte weiße Rahmen. Aber der Amerikaner war der Meinung „Nein da muss ein goldener Rahmen drum rum.“ Ich bin hier auf der Seite der Impressionisten, denn ich finde das sie extrem vom Bild ablenken.

Monet malte also draußen an der Natur, und widmete sich dabei immer wieder den gleichen Motiven, nur zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Er wollte die verschiedenen Lichtstimmungen einfangen und malte dabei oft an mehreren Bildern gleichzeitig. Also von 8:00 bis 9:00 an dem einem, von 9:00 bis 11:00 am nächsten usw.

Im Jahr 1883 mietet er sich ein Haus in Giverny, was er 1890 schließlich auch erwerben sollte und wo wahrscheinlich der bekannteste Teil seines Oeuvres entstand. Die berühmten Gemälde von Seerosen und der japanischen Brücke. Er legte sich dort seinen eigenen riesigen Garten und Seerosenteich an. (Dafür lies er sogar den Fluss verlegen).

Giverny ist definitiv eine Reise wert und ist von Paris aus problemlos zu erreichen. Entweder man nimmt das Auto oder einen Zug vom Bahnhof Paris St.Lazare in Richtung Rouen und fährt bis Vernon. Dort stehen schon Shuttles bereit die, die unzähligen Touristen nach Giverny bringen. Obwohl ich ca. eine Stunde in der Schlange gestanden bin um in den Garten zu gelangen, war es drinnen dann eigentlich gar nicht so überfüllt wie man sich das vorstellt. Man konnte noch problemlos Fotos machen ohne auf jedem Bild einen Touristen zu sehen.

In Giverny

Nachfolgend seht ihr ein paar Bilder die ich im Garten gemacht habe. Ihr könnt dort übrigens auch sein Haus besichtigen, das sogar noch eingerichtet ist wie zu Monets Zeiten. An den Wänden hängen auch unzählige Holzschnitte unter anderem von Hiroshige, was auch sein Interesse an der japanischen Kunst zeigt. Aktuell findet dazu übrigens auch eine Ausstellung im Kunstforum statt. „Faszination Japan – Monet, Van Gogh, Klimt“.

 

 

 

Museé de l’Orangerie Paris

Wenn ihr in Paris seid solltet ihr euch die Orangerie nicht entgehen lassen. Denn dort hängen die größten und schönsten Seerosengemälde Monets. (Les Nymphéas auf französisch. Wie ich finde äußerst passend, denn der Titel beinhaltet für mich all dieses mystische, liebliche das in Monets Werk vorkommt.)

 

 

 

 

Wer sobald aber nicht nach Frankreich kommt, der sollte sich die Ausstellung in der Albertina auf keinen Fall entgehen lassen. Den bis auf vier der ausgestellten Gemälde haben alle eine weite Reise hinter sich! (Die Österreicher hatten ebenfalls kein besonders großes Interesse daran die Franzosen zu sammeln.) Wer weiß schon wann wir das nächste mal wieder so eine tolle Monet-Ausstellung in Wien haben. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.