Satellitenmessen – Alles außer der Art Basel

Wer zwischen 11. Juni und 17. Juni nach Basel kommt um sich nur die Art Basel anzuschauen, der verpasst einiges. Denn um die weltweit wichtigste Kunstmesse haben sich jede Menge Satellitenmessen etabliert, manche mehr oder manche weniger trashig. Ich versuche euch einen kleinen Überblick zu verschaffen – nachdem ich mir selbst 2 Tage lang einen Überblick verschafft habe und nun fix und fertig bin. Das ist aber schon jammern auf hohem Niveau, schließlich ist Basel während den Art Basel-Tagen sowas wie der heilige Gral für Kunstfans.

Photo Basel

Die Photo Basel ist die erste Kunstmesse in Basel die sich ausschließlich auf Fotografie spezialisiert hat. Sie ist eher klein und überschaubar im Volkshaus Basel situiert aber die Qualität der ausgestellten Künstler überzeugt. Besonders gut gefallen haben mir dabei die Arbeiten von Albarrán Cabrera, ausgestellt von der BILDHALLE Zürich. Es handelt sich um Papier mit Blattgold, auf das ein dünnes, mit einem Fotomotiv bedrucktes Papier aufgetragen wird, sodas das Gold hindurchschimmert.

(c) Albarrán Cabrera/ Bildhalle Zürich, The mouth of Krishna

(c) Albárran Cabrera/ Bildhalle Zürich, The mouth of Krishna

Homepage der Photo Basel: http://www.photo-basel.com/

In Gehweite der Photo Basel befinden sich zwei weitere Messen: Die Liste und die Scope.

Liste Art Fair

Coole Dachterrassen laden zum Verweilen ein.

Wer schon einmal auf der Parallel Vienna war, der Satellitenmesse der Vienna Contemporary, der weiß was ihn auf der Liste Art Fair erwartet. Die Messe, die sich in einem alten Fabriksgebäude befindet ist nämlich fast genauso trashig. Nicht unbedingt was die Kunst angeht (obwohl sich da bestimmt auch der ein oder andere Aussetzer wiederfindet) sondern vor allem wegen des Gebäudes. Die Liste wurde bereits im Jahr 1996 gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt junge Galerien mit noch weitgehend unbekannten Künstlern zu fördern. Wer also irgendwann einmal auf der Art Basel ausstellen möchte, der fängt auf der Liste an.

Wir haben die Liste am Abend der Vernissage besucht und es war sehr voll und sehr eng, wodurch uns dann doch relativ schnell die Lust vergangen ist. Bis in den letzten Stock haben wir es dann nicht mehr geschafft. Aber die Location ist wirklich einmalig. Ein hipper Offspace mit schwindelerregender Freitreppe, die ich nicht bestiegen habe weil mir sicher schlecht geworden wäre. Allen in allem ist die Liste schon einen Besuch wert wenn man ein wenig Zeit über hat.

Homepage der Liste: https://www.liste.ch/home.html

Eliza Douglas

scope

Her mit dem Geld!

Die Scope ist eine seit über 15 Jahren bestehende, internationale Kunstmesse die es nicht nur in Basel sondern auch in Miami und New York gibt. Wir haben sie nach dem Besuch im Kunstmuseum Basel, der Volta und der Paperpositions besucht, dementsprechen war mein Geist nicht mehr wirklich Aufnahme fähig. Sie präsentiert sich ebenfalls als junge und hippe Messe, direkt neben einem kleinen Einkaufszentrum. Wer sein ganzes Geld auf der Scope ausgegeben hat, kann sie dann „günstig“ bei Aldi/Hofer mit Lebensmitteln versorgen. (Wobei glaubt mir in der Schweiz ist nichts günstig.) Im Untergeschoss des Einkaufszentrum befindet sich ein kleiner kuratierter Teil der Ausstellung – die Urban Nation. Ein bunter Mix aus Street Art, Pop Art, Skulptur und einem Pferd mit Flügeln. Generell wartet die Scope mit einigen schrägen Kunstpositionen auf. Besonders gut hätte ich die Vitrine mit den Geldbündeln gebrauchen auf der stand: „In case of brokeness break glass“. Her mit dem Hammer! Das war eine eindeutige Aufforderung! Eine andere Galerie war eindeutig Penis fixiert. Sie wartete mit einer Mischung aus Penissen und kirchlichen Symbolen auf.  Zum Beispiel einen Penis auf dem ein Rabe sitzt unter einer goldenen Reichskrone(?). Da fragt man sich nur „WARUM?“ und „Wer kauft sowas?“. Sollte ich jemals eine Galerie gründen will ich auch versuchen Geld zu verdienen, da stell ich bestimmt keinen Raben aus, der auf einem Penis sitzt.

Hompage der Scope: https://scope-art.com/

Cb Hoyo –  Fuck me I own a (fake) Rothko

???

volta

(c) Pauliina Pietilä – Parlour

Die Volta hat mir von allen Messen bisher am Besten gefallen. Sie befindet sich in einer Lager- oder Verladehalle, was aber kaum auffällt, da die Location top ausgestattet wurde. Hier kommt richtig schönes Messegefühl auf. Relativ große Stände, mit einer guten Beleuchtung und die Qualität der Arbeiten überzeugt wirklich. Hier würde sich bestimmt ein jeder etwas finden, was er kaufen würde. (Betonung auf WÜRDE.) Ich hab mich total verknallt in die Arbeiten der jungen finnischen Künstlerin Pauliina Pietilä. Die Künstlerin hat in Melbourne Kunst studiert und arbeitet mittlerweile in Malmö an ihren großformatigen Gemälden von Innenräumen, die im ersten Moment fast wie Fotografie aussieht. Sie hat mir gesagt, dass sie für ein Gemälde im Durchschnitt ein ganzes Jahr benötigt. Großartig, für meinen Geschmack.

Pauliina Pietilä

The Hole – New York/ Jonathan Chapline

paper positions

Die Paper Positions ist eine sehr gemütliche und kleine Messe die sich auf Papierarbeiten spezialisiert hat. Nur vier Stationen von der Volta entfernt ist ein Besuch durchaus lohnenswert.

Homepage Paper Positions: https://www.paperpositions.com/en/basel/

Wer also zur Art Basel kommt, dem kann ich nur den Tipp geben sich ein paar Tage Zeit für das „Drumherum“ zunehmen. Und ihr solltet so früh wie möglich ein Quartier buchen. Während der Messewoche steigen die Preise für Quartiere ins unermessliche. Wer zusätzlich Geld sparen will sollte sich nach einem Quartier in Deutschland oder Frankreich umschauen, dort sind auch die Preise für Lebensmittel nicht so utopisch. Ich habe heute für einen Teller Nudeln und ein Getränk im Vapiano 26 Franken, umgerechnet ca 24€ bezahlt.

Zur Art Basel folgt ein extra Blogbeitrag. 🙂

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.