Keith Haring – The Alphabet

Gestern war ich in der Albertina eingeladen um die aktuelle Ausstellung „Keith Haring – The Alphabet“ zu besuchen. Anlässlich seines 60. Geburtstag widmet ihm die Albertina eine umfassende Einzelausstellung mit ca. 100 Werken.

Keith Haring, O.T., 1982
(c) The Keith Haring Foundation

Keith Haring wurde 1958 geboren, in seiner Jugend erlebte er den Vietnamkrieg und die Diskriminierung der Schwarzen in den USA sowie in Südafrika. Er engagierte sich sehr früh gegen Atomkraft, Krieg und Unterdrückung, den aussichtslosen Kampf gegen die Drogensucht sowie die Ausbreitung der tödlichen Krankheit AIDS, an der er 1990 im Alter von 31 Jahren selbst verstarb.

In seinen Arbeiten entwickelte er eine ganz eigene Formensprache, vergleichbar mit den Hieroglyphen der alten Ägypter aber auch mit unseren Emojis. Der Titel der Ausstellung „The Alphabet“ bezieht sich auf diese Sprache. Keith Haring erschuf mit seinen Figuren, seinen Hunden, Schweinen, Babys, UFOs, Symbolen des Geschlechtsverkehrs, sein eigenes Vokabular, welches seinen Anfang in den berühmten Subway-Zeichnungen nahm.

Er ist zwischen Streetart und Popkultur des New Yorks der 60er bis 80er Jahre zu verorten. Er deponiert seine politischen Botschaften nicht zur in Galerien und Museen, sondern auch in der New Yorker Ubahn und auf Fassaden um die ganze Welt verteilt. Weiter unten findet ihr eine spannende halbstündige Dokumentation über die Restauration eines großen Wandbildes in Melbourne. Eines der wenigen, das überhaupt noch erhalten ist.

Nachdem Haring bemerkte, dass seine Werke sobald er sie gemalt hatte, aus der Öffentlichkeit verschwanden, weil sie gestohlen wurden, und so seine Botschaften der breiten Masse nicht mehr zugänglich waren, eröffnet er seinen Pop Shop wo er seine Werke vervielfältigt und verkauft hat.

Keith Haring sagte dazu:

„Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Kunst. Das Publikum braucht Kunst, und der ‚selbsternannte Künstler‘ hat die Pflicht, diesem Bedürfnis des Publikums zu entsprechen, statt eine bourgeoise Kunst für einige wenige zu machen und die Masse zu ignorieren. Kunst ist für jeden da.“

Mein besonderes Highlight der Ausstellung war übrigens der Black Light Room, indem seine fluoreszierenden Gemälde unter UV-Licht ausgestellt werden. Er wollte die Energie und Dynamik der Straßen New Yorks in die Galerien bringen.

Ich hoffe ihr habt jetzt Lust bekommen die Ausstellung in der Albertina zu besuchen. Ihr habt dazu noch bis 24. Juni 2018 die Möglichkeit!

O.T. 1982

O.T. 1983

Video: Keith Haring Uncovered | Doku zur Restaurierung eines Wandgemäldes in Melbourne 

 

 

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