Das Schiffsmotiv in Cy Twomblys Spätwerk

Weil sie eine fabelhafte 1 geworden ist, möchte ich euch meine Arbeit zum Thema „Das Schiffsmotiv in Cy Twomblys Spätwerk. Mit genauerer Betrachtung des Lepanto Zyklus.“ nicht vorenthalten.

Hier die Einleitung, das ganze PDF könnt ihr euch hier herunter laden: Das Schiffsmotiv in Cy Twomblys Spätwerk_Isabella_Hofmann

Einleitung

Seit jeher übten die See und die Seefahrt eine große Faszination auf die Menschheit aus. Angefangen bei den alten Ägyptern, die bereits 3000 v.Chr. den Nil beschifften, über die Wikinger die von Norden aus über die Ostsee zu ihren Raubzügen aufbrachen, bis hin zu den europäischen Entdeckern des Mittelalters und den heutigen hochmodernen Frachtschiffen und Luxuskreuzern, begeisterte die Seefahrt alle Kulturen. So ist es nicht verwunderlich, dass das Motiv des Schiffes auch Einzug in die Kunstgeschichte fand. Quer durch alle Epochen hindurch finden wir die verschiedensten Darstellungen von Booten und Schiffen.

In der ägyptischen Sammlung des Kunsthistorischen Museum (KHM) Wiens findet sich beispielsweise ein Schiffsmodell der 12.Dynastie (Abb. 1), datiert in etwa auf 1900 v.Chr. oder ein noch älteres, aus der Naquada II- Kultur stammendes, Gefäß (Abb. 2) mit Abbildungen von Schiffen und Vögeln, datiert in etwa auf 3300- 3150 v.Chr. Auch die Römer waren sich der Wichtigkeit der Seefahrt bewusst und haben ihre Münzen mit dem Schiffsmotiv versehen, das beweist uns ein, ebenfalls aus der Sammlung des KHM stammendes Geldstück der römischen Republik um ca. 114-113 v.Chr. (Abb. 3)

In der Kunstkammer finden wir aufwendig gestaltete Schiffsmodelle aus verschiedenen hochwertigen Metallen, besetzt mit Perlen und Edelsteinen. (Abb. 4) Auch die Maler der Romantik, des Realismus oder des Impressionismus bedienten sich gerne des Schiffmotivs, wie zum Beispiel William Turner in seinen Venedig-Aquarellen (Abb. 5/6), welche im Folgenden noch eine wichtige Rolle spielen werden. Erst als sich die Malerei Mitte des 20. Jahrhunderts immer mehr zur Abstraktion hinwendete, schien es mit dem Schiffsmotiv vorbei zu sein.

So stellt sich uns nun die Frage welche Einflüsse dazu führten, dass Cy Twombly, der sich Zeit seines Lebens ebenfalls hauptsächlich der abstrakten Kunst zuwendete, sich gegen Ende seiner Schaffensperiode verstärkt dem Schiffsmotiv widmete. Um ein Verständnis für diesen Umstand zu bekommen müssen wir dabei die Beziehung Twomblys zu Turner und seinen Aufenthalt im Hotel Winters Palace in Luxor betrachten.

Ich werde mich nachstehend mit Werken Cy Twomblys befassen, in denen das Motiv des Schiffes erstmals auftaucht, wie zum Beispiel mit der Skulptur „Winter’s Passage: Luxor“ von 1985 (Abb.8) sowie dem Triptychon „Ohne Titel“ (Gaeta) von 1992 (Abb. 9), in welchem vereinzelt Schiffe durch die weite Leere des Bildraumes treiben und mit dem Bild „Ohne Titel“ (Gaeta) von 1993. (Abb.10)

Zentrales Thema dieser Arbeit wird der Lepanto-Zyklus (Abb. 12) sein, den Cy Twombly 2001 für die Biennale in Venedig geschaffen hat und für den seit 2009 ein dauerhafter Saal im Museum Brandhorst in München eingerichtet wurde.

Ich werde zuerst die Geschichte um die Seeschlacht bei Lepanto, welche am 7. Oktober 1571 im ionischen Meer stattfand, behandeln und dann versuchen aufzuzeigen, wie Cy Twombly dieses eigentlich historische Thema in einem abstrakten Bilderzyklus darstellte. Welche Rolle spielen Farbe und Perspektive im Verlauf des Bildzyklus? Und wie erzählt Twombly damit die Geschichte einer Schlacht? Wie unterscheidet sich das Werk von der traditionellen Historienmalerei? Dazu möchte ich den Zyklus mit italienischen Malereien aus dem 16. Jahrhundert vergleichen, unter anderem mit dem Wandgemälde von Giovanni Coli zur Schlacht von Lepanto, welches sich in Rom im Palazzo Colonna befindet. (Abb. 13)

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Viel Freude beim Lesen!

Veröffentlicht in: Kunst

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